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Rettungshundestaffel
Aufgaben |
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Ausbildung
Die Fähigkeiten, die Hunde für den Einsatz brauchen, sind als Anlage schon längst vorhanden: Sie können sich orientieren, sie arbeiten mit ihrer Nase und sie können bellen. Es liegt an uns Menschen, diese hundlichen Fähigkeiten für die Suche nach vermissten oder verschütteten Personen zu fördern und zu nutzen.
Die Teamarbeit zwischen Hund und Hundeführer steht dabei an erster Stelle. Im Grunde handelt es sich um eine Ausbildung des Hundeführers, dem es gelingen muss, sich seinem Vierbeiner klar und verständlich in dessen „Sprache“ mitzuteilen. Die Hunde arbeiten dabei nach dem „Ja-Nein-Prinzip“: Wenn ein Hund ein Areal von durchschnittlich einem Quadratkilometer abgesucht hat, ohne zu bellen, weiss man definitiv, dass hier kein Mensch mehr liegt, der Hilfe braucht. Anders als im Fernsehen oft gezeigt, suchen die Hunde nicht nach einer bestimmten Person, sondern generell nach hilflosen Menschen. Ein am Boden liegendes Liebespaar oder ein schlafender Obdachloser auf einer Parkbank könnte also eventuell auch durch anhaltendes Bellen aufgeschreckt werden. Hunde suchen nur deshalb nach Menschen, weil ihnen das Spass macht. Die Belohnung - Spiel oder Futter - sorgt dafür, dass die Hunde den Spass mit der Zeit nicht verlieren, sondern immer wieder aufs Neue motiviert sind. Für die Hunde ist es daher egal, ob sie trainieren oder in den Einsatz gehen. Lediglich die Anspannung des Hundeführers im Ernstfall überträgt sich auf den Hund.
Einsatz
Unsere Rettungsteams sind mit Alarmpieper ausgestattet und 24 Stunden einsatzbereit, das heißt, ein Alarm kann während eines Fußballspiels, im Kino oder mitten in einer Sitzung kommen.
Der Hund und die Einsatzausrüstung sind immer dabei. Über die Rettungsleitstelle wird die Staffel angefordert und ist je nach Entfernung binnen 30 - 60 Minuten vor Ort. Unser Einsatzgebiet erstreckt sich auf den Großraum München, der aber auch schon mal bis Salzburg gehen kann. Durchschnittlich geht die Staffel ungefähr 30 - 40 Mal im Jahr in einen Einsatz. Wir suchen meist ältere Menschen, Kinder oder Selbstmordgefährdete. In Ergänzung zur Arbeit der Hunde werden von der Polizei auch Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Suchmannschaften eingesetzt.
Unsere Rettungshundeteams werden in verschiedenen „Such- und Arbeitsbereichen“ ausgebildet. Flächensuche:
90% der vermissten Menschen werden in unwegsamem Gelände gesucht, also in Wäldern bzw. unbebauten, schwer begehbaren und dicht bewachsenen Regionen. Für Menschen sind diese Flächen meist uneinsichtig sowie kaum zu durchqueren. Hunde hingegen arbeiten sich klein und wendig mit ihren Nasen selbst durch Dornengebüsch hindurch. Der Hundeführer hilft dem Hund vom Weg aus mit anfeuernden und dirigierenden Kommandos. Die Suche „erledigt“ der Hund vollkommen selbständig.
Erdbeben, Gasexplosionen, Materialfehler - wann auch immer Gebäude jeglicher Art einstürzen, können Menschen in den Trümmern begraben werden. Hier geht es um Schnelligkeit und um eine möglichst kurze Zeitspanne, die verletzten und eingeschlossenen Menschen, deren Sauerstoff knapp zu werden droht, lebend zu finden. Rettungskräfte können die Trümmer oft nicht mehr begehen, um nach Vermissten zu suchen, aber die sehr viel leichteren Hunde, die ihr Gewicht zu dem noch auf vier Pfoten verteilen, können auch Trümmer sicher begehen und absuchen. Mit ihren feinen Nasen können sie bis zu vielen Metern tief verschüttete Menschen riechen und dem Hundeführer anzeigen.
Gerätearbeit
Damit die Hunde sich bei der Trümmersuche nicht unnötig gefährden, müssen sie außerordentlich diszipliniert und langsam arbeiten, Trittsicherheit beweisen sowie Klettern lernen. Deshalb ist die sogenannte Gerätearbeit besonders wichtig. Geräte sind Leitern unterschiedlicher Sprossenhöhe und -breite sowie mit variablem Neigungsgrad bis zu 45°. Wackelige Bretter, Tonnen und schwingende Hängebrücken zählen ebenso zum Programm wie die Wippe, die die Hunde selbständig am Kipp-Punkt wippen müssen.
Und damit nicht genug. Nicht nur der Hund muss lernen, sondern auch der Hundeführer muss sich ganz unterschiedliche Fähigkeiten aneignen und umfassendes Wissen erwerben. Dazu gehören:
Prüfung und Einsatzübungen Ziel ist die Prüfung eines Rettungshundeteams, was die Voraussetzung für den Einsatz im Ernstfall ist. Nach zwei bis drei Jahren Ausbildung ist es soweit, Hund und Hundeführer zeigen ihr Können vor einem BRK-Prüferteam:
Zusammenarbeit Bei unserer Arbeit ist es nicht nur wichtig, dass wir uns in unserem Team mit anderen Hundeführern koordinieren, sondern auch mit anderen Kräften zusammenarbeiten oder deren Hilfe in Anspruch nehmen. So wäre keine Vorführung mit großem Gerät möglich, wenn uns nicht der Arbeitskreis Auslandshilfe mit einem LKW samt Fahrer unterstützen würde. Genauso unterstützen uns Feuerwehr und Polizei vor Ort und helfen uns Gefahren einzuschätzen oder Suchgebiete einzuteilen. Und nach einer erfolgreichen Suche werden die Opfer von Sanitätsdienstkräften in ein umliegendes Krankenhaus gebracht.
Ebenso entscheidend - für Hund und Hundeführer - ist ein regelmäßiges Training des Einsatzgeschehens. Hier arbeiten wir zusammen mit der Mimengruppe des BRK München . Über Stunden, selbst im tiefsten Winter, verharren unsere Kollegen in Waldgebieten, bis sie vom Hund angezeigt und von den Einsatzhundeführern sanitätsdienstlich versorgt werden. Wichtig ist das anschließende Feedback, denn wenn die Versorgung der vermissten Personen durch die menschlichen Einsatzhelfern nicht perfekt sitzt, nutzt die ganze Sucharbeit des Hundes nichts! Und damit das richtig geübt werden kann, werden die Mimen auch entsprechend "präpariert".
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